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Neubrandenburg. Da waren sich die Vertreter der Oberliga-Vereine, die in Neubrandenburg ihre halbjährige Staffeltagung durchführten, allesamt einig: Das wird eine ganz spannende Rückrunde. Schließlich winkt den besten Teams ein Platz in der neu geschaffenen Regionalliga des NOFV, die ebenso wie die neue Oberligasaison am 12. August startet. „Auch bei den Vereinen in der Südstaffel der Oberliga ist ein Kribbeln zu spüren. Viele möchten in die Regionalliga aufsteigen. Schließlich umfasst diese das Gebiet der ehemaligen DDR-Oberliga. Da stehen tolle Derbys ins Haus“, weiß auch Oberliga-Spielleiter Mirko Wittig. Auch aus der Region schielen zumindest zwei Vereine – Greif Torgelow und die TSG Neustrelitz – auf die neue „Eliteliga“ im Osten. Mindestens zwei, aber durchaus auch mehr Teams können den sportlichen Aufstieg schaffen. Das hängt von der Tabellensituation der NOFV-Klubs in der 3. Liga und der Regionalliga Nord ab. Stand heute wären jeweils vier Mannschaften aus den beiden NOFV-Oberligen aufstiegsberechtigt, da in der 3. Liga Jena auf einem Abstiegsplatz steht und RB Leipzig sich auf Aufstiegskurs in der Regionalliga befindet. Also wären Stand heute im Norden Hansa II, Union II, Optik Rathenow und Greif Torgelow die Glücklichen. Nur einen Punkt dahinter lauert die TSG Neustrelitz. Da es aber abseits des grünen Rasens viele Unwägbarkeiten gibt, hoffen auch dahinter noch einige Vereine, dass den Führenden eventuell wirtschaftlich die Puste ausgeht. Ebenso ist lange noch nicht klar, was mit Hansa II wird. Würde nämlich die erste Mannschaft der Rostocker aus der zweiten Liga absteigen, dürfte die „Zweite“ nicht aufsteigen. Auf der Staffeltagung in Neubrandenburg gab es zudem Kritik an der Regelung, dass nur 16 Teams die erste NOFV-Regionalligasaison beginnen. Da ist zukünftig wohl auch eine Aufstockung möglich. Also, das Rennen ist offen. Zumal die sportlich Qualifizierten dann auch wirtschaftlich und logistisch ihre Hausaufgaben machen müssen. Erste Voraussetzung: Die Regionalliga-Teams brauchen einen Trainer mit B-Lizenz. „Was die Stadien betrifft, sollte eine 3000-Zuschauer-Arena vorhanden sein, in der es 300 Sitzplätze (100 überdacht) gibt. Für die Gästefans muss ein Block mit 500 Plätzen bereit stehen. Ebenfalls sollte eine Flutlichtanlage vorhanden sein – hier gilt aber eine zweijährige Übergangsfrist“, sagte Wilfried Riemer, Leiter Spielbetrieb, der auch bei anderen baulichen Dingen großzügige Übergangsfristen verspricht. Keine Abstriche sollen an den verschärften Sicherheitsstandards (Zäune, Notausgänge, Arbeitsplätze für die Sicherheitskräfte) gemacht werden. „Wir rechnen schließlich mit großen Fan-Bewegungen. Wenn beispielsweise Magdeburg, Halle oder Zwickau anreisen, dann sind mal schnell 500 bis weit über 1000 Anhänger im Gefolge“, sagt Mirko Wittig. Was die finanziellen Zusatzbelastungen für die Vereine betrifft, hält Wittig diese nicht für überzogen. „Die Verbandsgebühren – so etwas wie das Startgeld – betragen 2000 Euro und die Vereine haben eine Sicherheitsleistung von 15000 Euro zu hinterlegen. Eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit wird es nicht geben. Aber wir holen uns eine Bestätigung ein, dass der Verein keine Zahlungsaußenstände hat“, erklärt Marko Wittig und Wilfried Riemer ergänzt: „Auch bei anderen Kosten haben wir Kompromisse gesucht. So beträgt die Spielabgabe (bei Heimspielen) fünf Prozent der Einnahmen oder mindestens 500 Euro. Schiedsrichter, die von den platzbauenden Vereinen bezahlt werden, erhalten 200 Euro, die Assistenten 100 Euro.“ Beide NOFV-Funktionäre weisen aber auch auf die Verantwortung der Vereine hin. „Sicher werden die logistischen Kosten – durch weitere Reisen – etwas ansteigen, dafür dürften die Zuschauereinnahmen aber steigen. Sollten allerdings die Ausgaben für Spieler exorbitant steigen, kann das sicher nicht abgefangen werden. Da müssen die Vereine selber sauber arbeiten. Das kann ihnen kein Verband abnehmen“, mahnt Riemer zu seriösen Finanzen. Die Karten sind also gemischt. Für die Vereine, die es nach oben zieht, stehen viele Hausaufgaben auf dem Zettel: sportliche und wirtschaftliche. Das wird eine spannende Oberliga-Rückrunde.
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